Spielberichte Hinrunde 2017



20.12.2017 -  2:2 gegen Genc Osman

Wenig Berauschendes im Rauschen der A42


Nachdem wir im Verlauf der Hinrunde oft feststellen mussten, wie schwer es ist, auf einem eher kleinen, holprigen Feld gegen kampfstarke Gegner das Spiel zu machen, freuten wir uns auf den Jahresabschluss bei Genc Osman, wo uns ein teppichähnlicher Kunstrasen und mehr Raum erwarteten. Dass aber auch diese Bedingungen gewisse Schwierigkeiten bargen und man auch dort nur mit 100%iger Einstellung und Konzentration erfolgreich sein kann, mussten wir bitter erfahren.

Grundsätzlich bedeutet ein größeres Feld bei kluger Raumbesetzung mehr Zeit bei der Ballverarbeitung und weniger Gegnerdruck. Somit ist es leichter das Spiel organisiert und strukturiert anzugehen, Umschaltmomente und Chaos zu reduzieren und den Zugriff des Gegners zu erschweren. Das sind Umstände, die unserer Mannschaft eigentlich liegen und wo sie ihre Stärken ausspielen kann. Trotzdem können große Räume aber auch problematisch sein und neue Gefahren mit sich führen. Da wir zuletzt im Training oft bewusst in kleinen Räumen trainierten, fehlte uns womöglich eine Spur Spielerfahrung, um in der Raumbesetzung und Positionierung ausreichend harmonisch zu handeln.

Konkret: Während es beim Aufbauspiel im ersten Spielfelddrittel oft von Vorteil ist, wenn man das Spielfeld weiträumig besetzt und "groß" macht, kann das im letzten Drittel, wo sich der Gegner meist massiv und kompakt formiert, ein Nachteil sein, weil Verbindungen zwischen den Spielern fehlen bzw. vom Gegner leicht gekappt werden können. Man muss also bei Anspielen in die Spitze entsprechend schnell nachschieben oder aber geduldiger und kollektiver angreifen, um viele Spieler in Ballnähe zu haben und dem Ballführenden Passoptionen anzubieten.

Das wiederum hat zur Folge, dass man große Räume vor dem eigenen Tor öffnet. Problematisch wird das vor allem dann, wenn man den Ball verliert. Dann muss man entweder den Rückraum gut organisiert absichern oder effektiv gegenpressen, um den Konter des Gegners im Keim zu ersticken. Jeder Spieler steht in den defensiven Umschaltmomenten also immer vor der Entscheidung "fallen lassen/absichern" oder "drauf gehen/vorwärts verteidigen". Diese Entscheidungen sollten idealerweise in einem passenden mannschaftlichen Kontext stehen.

Soviel zur Theorie. In der Praxis gelang unserer Mannschaft von allem so ein bisschen und nichts so wirklich richtig. Es fehlte an der richtigen Balance und Konsequenz. Unsere Stürmer wurden oft mit dem Rücken oder seitlich zum Tor angespielt und waren danach ziemlich isoliert. Es gab zu viele riskante oder ungenaue Pässe, technische Fehler und daraus resultierend unnötige Ballverluste (was wohl auch damit zusammen hing, dass wir die letzten Tage wenig trainieren konnten), so dass unsere Rückraumabsicherung oft gefordert wurde. Diese offenbarte ihre Schwächen dann vor allem bei den Gegentoren, die beide aus gegnerischen Kontern fielen.

Das erste Gegentor fingen wir uns durch einen Befreiungsschlag nach einem eigenen Freistoß und das zweite nach einem Fehler in unserem Aufbauspiel. Trotzdem hätte man beide Tore an einem guten Tag vielleicht verteidigt bekommen, aber einen guten Tag hatten wir einfach nicht.

Erschwerend kam die sehr weiträumige und durchaus homogen wirkende Spielanlage der Gastgeber hinzu. Entweder wurden die großen Räume durch kraftvolle Tempodribblings oder durch lange Bälle überbrückt. Um diese Bälle vorne zu sichern oder im Tor unterzubringen, fungierte dort eine wuchtige Anspielstation (mit Bart). Auf diese Gefahr hatten wir in der Besprechung - genau wie auf erhöhte Achtsamkeit bei langen Bällen - hingewiesen, trotzdem fühlte sich niemand so richtig verantwortlich und wir gestatteten dem Gegner dort zu viele Freiheiten.

Zudem standen die Neumühler vor dem eigenen Tor - im Gegensatz zum lockeren Testspielsieg vor einem halben Jahr - durch einem zusätzlichen Abfangjäger vor den drei Verteidigern ziemlich kompakt und waren auch in der Zweikampfführung überaus resolut und gallig. Trotzdem konnten wir in Halbzeit 1 mit einem relativ simplen Spielzug den 0:1-Rückstand ausgleichen. Genc versuchte einen Einwurf in unsere Hälfte zu pressen, wir umspielten das Pressing, Luca G konnte Tim in den Lauf schicken und der nutzte sein Tempo, um sich entscheidend abzusetzen und zu vollenden.

Nach einer eher wilden Anfangsphasen in Halbzeit 2 schien Genc eine Wiederholung solch eines Gegentores aber vermeiden zu wollen. Sie verteidigten im Mittelfeld passiver, wahrten aber dadurch die Kompaktheit und ließ sich kaum rauslocken. Im Gegensatz zum Spiel gegen Süd, wo die Südler defensiv eine ähnliche Strategie wählten, reagierte unser Team in einigen kleinen Details leider unpassend. Es wurde zu langsam verlagert, am Ball zu viel Bedenkzeit genommen und zu den Flügeln nicht druckvoll genug durchgespielt. Hinzu kamen noch kleinere Probleme in der Bewegungsharmonie.

Beim zweiten Gegentor z.B. war das - im Kern sicher gut gemeinte - Fallenlassem eines Sechser kontraproduktiv für die Struktur. Wir entzogen uns somit selbst einer Anspielstation im Zwischenraum und hatten, durch das gleichzeitige Andribbeln des aufbauenden Innenverteidigers, eine ungünstig flache Staffelung ohne Absicherung in der Tiefe und Passoptionen in der Diagonale. So bekamen wir den plötzlichen Gegnerdruck nicht über`s Passspiel gelöst, verloren prompt den Ball und kassierten daraus das 1:2 in der 40. Minute. Danach waren unsere Jungs ein paar Minuten komplett neben der Spur und Genc witterte die Chance, den Deckel drauf zu machen. Tom riskierte Kopf und Kragen und vereitelte bravourös eine Dreifachchance zum 1:3, womit das Spiel höchstwahrscheinlich entschieden worden wäre.

Nach diesem Schreckmoment reagierten unsere Jungs aber wütend und probierten nochmal alles. In der 50.Minute - kurz vor einem Freistoß - zogen wir Tims antreibendes Naturell ins Mittelfeld und wechselten zusätzlich Davids Abschlussqualitäten ein. David führte dann direkt den Freistoß aus und spitzelte ihn ins obere linke Eck. Der Schuss war nicht hart, aber platziert, so dass der Ball trotz zweimaligen Nachpackens des gegnerischen Keepers doch noch ins Netz fiel. Danach hatten wir zwar noch zwei, drei Schusschancen, aber der Siegtreffer wäre auch zu viel des Guten und nicht verdient gewesen.

Zum Ende können wir froh sein, den Punkt mitgenommen zu haben. Wir haben in jeder Hinsicht ein durchschnittliches Spiel abgeliefert. Den leichten Mangel an Galligkeit und Ernsthaftigkeit konnten wir durch Technik und Spielstärke nicht ausreichend kompensieren. Im Gegenteil zeigten wir bei diesen Aspekten unerwartete Probleme. Im ersten Moment der Enttäuschung kann man sicherlich bedauern, dass wir kämpferisch und vermutlich auch in der Mentalität dem Gegner unterlegen waren. Daran kann man im Training aber nur bedingt arbeiten. Die nötige Einstellung muss überwiegend aus dem Innern der Spieler kommen. 

 

Woran wir aber arbeiten können, sind die kleineren taktischen und spielerischen Defizite: Flügelspiel, Steil-Klatsch-Kombination (um tiefe Anspiele besser zu nutzen), Rückraumabsicherung, Gegenpressing oder richtige Staffelung im Spielaufbau sind Themen, die wir uns fürs neue Jahr vornehmen wollen. Bis dahin wünsche ich allen Spielern, Fans und Lesern eine erholsame fussballfreie Zeit und einen guten Rutsch.



5:0 gegen TuSpo Saarn und 0:1 gegen Hamborn 07


Die Spielberichte gegen Saarn und Hamborn 07 fasse ich in einem Bericht zusammen. Hier erstmal die Statistik aus dem Saarn-Spiel:

 

 

Ballbesitz

Gesamt: Saarn 38% - 62% Buchholz

1.Halbzeit: Saarn 36% - 64% Buchholz

2.Halbzeit: Saarn 39% - 61% Buchholz

 

Nettospielzeit

Gesamt: etwa 30 Minuten

1.Halbzeit etwa 16 Minuten

2.Halbzeit: etwa 14 Minuten

 

Torschüsse

Gesamt: Saarn 13 - 31 Buchholz

1.Halbzeit: Saarn 6 - 15 Buchholz

2.Halbzeit: Saarn 7 - 16 Buchholz

 

Erfolgreiche Pässe

Gesamt: Saarn 89 - 199 Buchholz

1.Halbzeit: Saarn 47 - 111 Buchholz

2.Halbzeit: Saarn 42 - 88 Buchholz

 

Fehlpässe

Gesamt: Saarn 84 - 87 Buchholz

1.Halbzeit: Saarn 36 - 42 Buchholz

2.Halbzeit: Saarn 48 - 45 Buchholz

 

Passquote

Gesamt: Saarn 51% - 70% Buchholz

1.Halbzeit: Saarn 57% - 73% Buchholz

2.Halbzeit: Saarn 47% - 66% Buchholz

 

 

Die Statistiken sprechen, wie das Ergebnis von 5:0, eine eindeutige Sprache. Wir waren in fast allen Aspekten dominant, hatten mehr Ballbesitz, Torschüsse und eine erfolgreichere Passquote. "Fast" deswegen, weil wir auch eine schwache Phase hatten...dazu aber später mehr....angefangen haben wir stark...

 

Saarn trat im 4-3-1 gegen unser 2-4-2 an. Darüber freuten sich vor allem Hendrik und Luca, die im Zentrum nur einen Gegenspieler hatten und die die Überzahl durch geschicktes Bewegungsspiel und eine gute Balance auch immer wieder ausspielen und nutzen konnten. So ergaben sich für beide unzählige offene Stellungen und Passmöglichkeiten in die Tiefe oder auf die Flügel. Gerade die Tiefenpässe fanden aber nicht immer ihren Empfänger, was vor allem daran lag, dass Saarn die letzte Linie durch die vier Spieler sehr dicht staffelte und die Schnittstellen dadurch sehr klein hielt. Wie es besser ging, zeigte das 1:0. Pascal band den linken Außenverteidiger, Hendrik dribbelte an, ein Saarner Innenverteidiger musste rausrücken und Hendrik konnte dann Moritz in der Lücke anspielen, der wuchtig vollendete. Ein schönes Tor, vor allem auch weil es geduldig vorbereitet und ausgespielt wurde.

 

Beim 2:0 gelang das fast genauso. Wieder wurde von hinten über eine gute Struktur aufgebaut und wieder war es ein Tiefensprint von Hendrik nach einem Anspiel von Luca, der die Kette von Saarn ins Wanken brachte. Eine Körpertäuschung später hatte sich Hendrik den Passweg zu Louis geöffnet, der das Anspiel trocken versenkte. Da waren etwas mehr als 20 Minuten gespielt. Noch vor der Halbzeit hatte David mehrfach das dritte Tor auf dem Fuss, aber auch Saarn kam besser ins Spiel. Deren Passquote lag in dieser Phase bei ungewöhnlich hohen 70%, vermutlich weil wir im Anlaufen nicht mehr volle Intensität gehen konnten oder wollten.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam dann unsere schlechteste Phase. Der Ballbesitzanteil war ausgewogen und die Passquote beidseitig auf unterirdischen Werten um 50%. Saarn verzeichnete sogar mehr Abschlüsse und war dem 1:2 fast näher als wir dem 3:0. Die Gründe dafür waren vielfältig. Saarn spielten sicher etwas mutiger, offensiver und druckvoller. Die jungen Stiere reagierten aber auch unnötig fahrig, schlugen viele lange Bälle im Aufbau, gaben den Ballbesitz immer wieder durch hektische Pässe in die Füsse des Gegners her und machten genau DAS, was zu den Toren in Halbzeit 1 geführt hatte, nämlich NICHT mehr: Die Angriffe geduldig vorbereiten und kollektiv ausspielen. Man ließ sich eher auf ein wildes, strukturloses Geflipper ein, was aus mannschaftstaktischer Sicht bestenfalls mittleres E-Jugend-Niveau hatte.

 

Besserung trat erst wieder nach Umstellung auf 3-4-1 und zweier Wechsel frischer Spieler ein. In den Minuten vor dem 3:0 hatten unsere Jungs eine Passquote von um die 90% und die logische Folgerung war dann das 3:0 durch Moritz nach Pass von Timuel und Einleitung von Louis. Leander und Alex erhöhten dann binnen fünf Minuten nach teilweise schönen Spielzügen auf 5:0.

 

Am Ende bewahrheitete sich also wieder das, was uns schon die ganze Saison begleitet: Wenn wir es nicht schaffen, spielerische Lösungen zu finden und den Ballbesitz zu behaupten, weil Platzbedingungen, Gegner oder wir selbst es durch unsere Spielweise verhindern, bekommen wir Probleme und machen den Gegner stark.


Um die Chance zu erhalten, doch noch auf die ersten zwei Plätze zu springen, die zur Teilnahme an der Niederrheinrunde berechtigen würden, brauchten wir am 10. Spieltag dann dringend einen Dreier gegen die Jungs von Hamborn 07. Aber die ersten 30 Minuten waren nicht wirklich auf Augenhöhe und wohl die einzige Halbzeit in dieser Saison, wo wir klar unterlegen waren und nur das Ergebnis von 0:0 erfreulichen Charakter hatte.

 

Dabei verlief die Vorbereitung auf das Spiel eigentlich ziemlich erfreulich. Am Donnerstagabend war unser Kader noch 15 Spieler stark. Tim meldete sich rechtzeitig zum Topspiel nach dreiwöchiger Verletzungspause zurück und auch Niklas war wieder einsatzbereit. Aber dann kam es Schlag auf Schlag (durchaus wörtlich zu nehmen). Alex musste aus privaten Gründen übers Wochenende verreisen, Leander und Luca C erkälteten sich über Nacht, Moritz musste nach einem Foulspiel in der 12 Minuten ins Krankenhaus gebracht werden (Bluterguss im Knie, 2 Wochen Pause), David ereilte dieses Schicksal vom gleichen Spieler nach 50 Minuten (Prellung im Fuss, mindestens 1 Woche Pause) und auch Tim hisste nach 18 Minuten genervt die weiße Fahne. Die letzten Minuten musste sogar Torhüter Fredi als Feldspieler aushelfen.

 

Grundsätzlich wurde die dünne Personaldecke deswegen zum Problem, weil wir nicht unbedingt an Qualität, sondern vor allem an Flexibilität einbüßten. Hamborn machte über unseren linken Halbraum viel Alarm und wir konnten dort einfach nicht reagieren, ohne uns an anderer Stelle zu schwächen. Hamborn verdiente sich die überlegen geführte erste Halbzeit vor allem durch ein sehr aggressives Pressing, was eigentlich unser Plan gewesen war. Dafür standen wir beim Hamborner Spielaufbau aber viel zu tief, liefen nicht konsequent an und kollektiv durch.

 

Neben dem Pressing fokussierte sich Hamborn noch auf  "Schneid abkaufen", was schon andere Mannschaften diese Saison mehr oder weniger erfolgreich probierten. Der Unterschied war, dass die Löwen nach den Ballgewinnen auch etwas mit dem Ball anfangen konnten und uns deswegen in die eigene Hälfte drückten. Eine Vielzahl an Hamborner Chancen resultierten daraus zwar nicht unbedingt, weil wir in der Box relativ stabil standen, aber über einen Rückstand hätten wir uns nicht beklagen können, da uns nach vorne einfach kaum Entlastung gelang.

 

In der Halbzeitpause apellierten wir dann ein wenig an die Ehre der Jungs. Die erste Halbzeit war halt wieder mal typisch für die wohlbehütet aufgewachsenen Buchholzer: Einfach zu lieb gegen den feurigen Ehrgeiz und die kleinen Nickeligkeiten der südländisch geprägten Löwen. Mit der Ansprache trafen wir aber den Nerv der Jungs, denn in Halbzeit 2 hielten sie kämpferisch gut dagegen, konnten das Spiel offen gestalten und sogar ein Plus an - zugegebenermaßen oft harmlosen - Abschlüssen verbuchen.

 

Das Tor fiel aber leider auf der anderen Seite. Ein Pass, der wie ein blinder Befreiungsschlag anmutete, rutschte durch unsere ganze Formation und auf einmal stand der Hamborner Stürmer frei vor dem Tor und vollendete. Kollektiv gepennt. In den letzten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wo wir mit etwas Glück sogar noch einen Achtmeter hätten bekommen können. Die Schiedsrichterin entschied aber auf Pressschlag und damit auf Schiedsrichterball. Komisch nur, dass Davids Fussoberseite danach dick anschwoll und der gegnerische Spieler sich ins Fäustchen lachte. Der Ausgleich gelang uns trotz einiger Ansätze nicht mehr.

 

Somit konnten wir die Niederrheinrunde schon einen Spieltag vor Ende der Hinrunde abhaken und dürfen Rhenania und Hamborn 07 zur verdienten Qualifikation gratulieren. Etwas Pech hatten wir vielleicht, dass wir alle Top-Spiele auf Asche spielen mussten. Grämen brauchen sich unsere Jungs aber nicht. Fussballerisch können sie in dieser Liga mit den Besten des Kreises mithalten, was für das "kleine" Buchholz mit seinem unattraktiven Ascheplatz eine bravouröse Leistung ist. Den dritten Platz und somit den Status "Best of the Rest" versuchen wir dann in den restlichen zehn Spielen zu verteidigen und zu untermauern. Auf geht`s, Buchholzer Stiere.



18.11.2017 - 3:2 gegen VfL Duisburg-Süd

Südler Abschlusseffektivität lässt uns lange zittern


Mit dem Auswärtsspiel beim VfL Duisburg-Süd durften wir in dieser Saison zum ersten Mal auf Naturrasen spielen. Der Platz war in einem ganz passablen Zustand, wenn auch der Boden durch die Witterung der Vortage etwas tief und die Halme etwas länger waren, so dass Spieler und Ball eine Spur des möglichen Maximalspeeds einbüßten.

Süd spielte mit der erwarteten Taktik und die hieß erstmal Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parken. Unsere Innenverteidiger wurden im Spielaufbau weitestgehend in Ruhe gelassen. Wirklicher Gegnerdruck wurde erst nach den Anspielen auf unsere Mittelfeldspieler aufgebaut. Dieses Anlaufen wurde durch dizipliniertes Verschieben von Süd ensprechend abgesichert und gedoppelt, so dass die Wege zum gegnerischen Tor meist verschlossen waren und so selten dynamisch bespielt werden konnten.

Unsere Jungs reagierten aber klug, hielten den Ball geduldig in den eigenen Reihen und warteten auf eine günstige Möglichkeiten doch mal in die Tiefe zu spielen. Unnötig riskante und unüberlegte Aktionen wurden weitestgehend vermieden, wodurch man auch den offensiven Spielansatz von Süd unterbinden konnte. Die setzten augenscheinlich nur auf schnelle Konterangriffe, wofür sie natürlich Balleroberungen brauchten, die wir ihnen aber selten zugestanden. Wenn sie den Ball dann doch mal eroberten, waren die Wege zu unserem Tor sehr weit, so dass wir die Angriffe meist gut abfangen konnten. Auch die lange Spieleröffnung des VfL konnten die Buchholzer Stiere meist schnell einsammeln und so wieder in den eigenen Ballbesitz übergehen.

Viel Ballbesitz heisst aber bekanntlich nicht immer viele Torchancen und auch wir taten uns schwer gegen die diziplinierte Verteidigung zu Torabschlüssen zu kommen. Wir konnten zwar einige Male kombinativ in den Zwischenlinieraum gelangen und dort aufdrehen oder uns am Flügel hoch spielen, aber finalisiert wurden die Angriffe selten. Die beste Chance hatte wohl Louis, der eine halbhohe Flanke freistehend per Direktabnahme mit dem Fuss über die Latte semmelte. Diese Chance entstand aus einer zügigen Spielverlagerung, bekannterweise immer wieder ein gern genutztes Mittel, um Kompaktheiten aufzulockern. Ein anderes Mittel sind Standards und genauso fiel auch unsere 1:0-Führung. Nach einer Ecke plumpste der Ball im Rückraum Hendrik vor die Füße, der sich ein Herz nahm und in der 25.Minute mit Vollspann ins lange Eck vollendete.

Nach diesem Rückstand legten die Südler sofort ihre Zurückhaltung ab, gingen höher drauf und stellten uns im Spielaufbau mannorientiert zu. Und der Lohn folgte prompt. Unsere Sechser standen eine Spur zu hoch bzw. liefen sich zu zögerlich frei und Tom spielte unter Bedrängnis den Ball zentral in die Füße des Gegenspielers, der humorlos abzog und zum 1:1 traf. Stark gemacht, aber auch vermeidbar und mehr als ärgerlich. Somit ging es trotz einer dominaten ersten Halbzeit mit einem Remis in die Pause.

Nach der Pause behielten die Jungs von Süd ihre Strategie vom Ende der 1.Halbzeit bei, rückten weiter raus und liefen mutiger an. Die Konsequenz waren Räume in der Tiefe, die wir mit dem Tempo von Timuel passend nutzen konnten. Nach einem Schnittstellenpass von Luca G stand er frei vor dem Torwart, scheiterte zwar an diesem, der Ball fiel aber dem nachstoßenden Alex vor die Füße, der zum 2:1 in der 32.Minute vollenden konnte. Mit dieser Masche kamen wir noch zu zwei weiteren Großchancen, die das 3:1 und damit wohl die Vorentscheidung bedeuten hätten. Sie blieben aber ungenutzt.

Es kam sogar ganz anders und wieder halfen wir ordentlich mit. Ein dribbelnder Südler konnte Mitte der zweiten Halbzeit von vier Buchholzern nicht richtig gestoppt werden. Gerade der defensiv stets zuverlässige Hendrik stellte unerklärlicherweise die Verfolgung ein, die Innenverteidigung stand einen Moment eine Spur zu tief, bekam keinen direkten Zugriff und der Spieler von Süd nutzte diese Freiheit und nagelte die Pille unter die Latte. So darfst du in der Leistungsklasse einfach nicht verteidigen, auch wenn der Schuss wirklich grandios getroffen war.

 

Und nu? Der VfL wirkte danach von der kollektiven Ausrichtung etwas unschärfer. Wollten sie jetzt den Punkt nach Hause bringen oder gar auf das dritte Tor spielen? Somit war uns nicht ganz klar, wann und ob wir die Karte "Brechstange" ziehen würden. Das taten wir dann in der 52.Minute. Mit Louis, David und Moritz tauschten wir Dribbel- und Tempoqualität gegen Physis, Durchschlags- und Schusskraft. Die erste Aktion danach war die Ausführung einer Ecke. David übernahm den Job und schlug den Ball in die Mitte. Louis verlängerte den etwas zu flachen Schlag am ersten Pfosten in die Box und Moritz drückte ihn dann über die Linie - Wahnsinn!

Ein typischer Fall von glücklich, aber verdient. Unsere Jungs belohnten sich für ein gutes Spiel, in dem sie überwiegend dominant auftraten, sicher kombinierten und den Gegner die meiste Zeit beherrschten. Aber sie machten ungewöhnlich viele Geschenke, die von den Südlern eiskalt genutzt wurden und uns beinahe den Dreier kosteten. Am Ende rettete unsere hohe Kadervariabilität den Sieg. Trotz des Ausfalls von Tim, der in den letzten zwei Spielen der offensive Turöffner zu unseren Siegen war, konnten wir kurz vor Schluss nochmal reagieren und den Sieg einwechseln. In dieser Art der Dreifachtorbeteiligung sicher einmalig...  

 

Danke an den Fotografen des VfL für die Bereitstellung der schönen Bilder! Alle Bilder sind per Klick vergrößerbar.



11.11.2017 - 2:0 gegen FSV Duisburg

2STÜCKwerk


2-4-2 traf auf 3-2-3. Schon die Zahlenkombinationen ließen erahnen, dass sich die Raumbesetzungen beider Teams elementar unterscheiden würden. Gerade auf den Flügeln bzw. an dessen Übergangen zu Sturm und Abwehr waren Zuordnungsprobleme bzw. kurzzeitige Unter- und Überzahlen zu erwarten, je nach Sichtweise und Fokussierung. Aber da Fussball ja bekanntermaßen kein statisches, sondern ein dynamisches Spiel ist, kann man theoretisch durch (mehr) Laufen Unterzahlen ausgleichen oder Überzahlen produzieren. Man muss halt nur wissen, wohin man läuft und vor allem wann man wohin läuft.

 

Die ersten 20 Minuten schienen unsere Jungs auch eher einen Nutzen daraus ziehen zu können, dass es formationsbedingt keine klaren 1:1-Zuordnungen gab. Unsere Mittelfeldspieler konnten öfters zwangfrei aufdrehen oder in die Tiefe geschickt werden, ballfern oder neben dem zentralen Abwehrspieler des FSV gab es kurzzeitig schon mal freie Mitspieler und Räume. Gerade durch Locken auf die eine und verlagern auf die andere Seite konnten solche Situationen provoziert werden. Aber entweder kamen die Pässe nicht richtig an, der Laufweg passte nicht zum Pass, der erste Kontakt der Ballmitnahme war schrott oder aber der Ball blieb in irgendeiner Pfütze hängen. Schuld waren wieder einmal die grenzwertigen Bedingungen auf unserem Platz, die Gift für strukturiertes Ballbesitzspiel mit dem 4er-Ball waren.

Trotzdem hatten wir einige Chancen, die aber ungenutzt blieben, wodurch sich langsam eine gewisse Unzufriedenheit und Unsicherheit einstellte, die unser Spiel noch weiter von dem entfernte, was die Jungs eigentlich spielen können. Auch die Entscheidungsfindung wurde immer diffuser und vor allem kollektiv schwächer, so dass sich ein zerfahrenes Spiel entwickelte, dass eher den kampfstarken Gästen in die Karten spielte. Diese kamen auch immer besser in die Zweikämpfe und erlangten dadurch mehr Spielanteile. In Sachen Zweikampfführung überschritten die Hamborner dann aber - zumindest aus Sicht der Schiedrichterin - eine Grenze: Karate-ähnlich mit offener Sohle voraus wurde Luca G an der Strafraumgrenze daran gehindert, sich den Ball zum Torschuss vorzulegen. Etwas überraschend zeigte die Schiedrichterin "Rot".

Auch wenn ich die Entscheidung im ersten Moment hart fand, so kann ich sie mittlerweile durchaus nachvollziehen und finde sie sogar richtig. Ich habe mich letzte Saison gegen Süd, FSV und Rhenania oder auch diese Saison gegen Union und TuRa schon mehrfach darüber geärgert, dass die Masche des harten Spiels oder des taktischen Fouls im Jugendfussball ohne große Konsequenzen blieb und deswegen meist lohnenswert war. Maximal gab es einen Freistoß, woraus wir - als gefoulte Mannschaft - selten wirklichen Nutzen ziehen konnten. Diese Mal bekamen wir unseren Nutzen in Form von knapp 35 Minuten Überzahl.

Trotzdem taten wir uns schwer die Überzahl zu nutzen. Etwas überraschend liefen die Jungs vom FSV trotz Unterzahl weiter hoch an und produzierten so viel Chaos und Unruhe, natürlich auch bedingt durch die Unsicherheit, die der Platz mit sich brachte. Standfestigkeit und Rollverhalten des Balles waren nicht seriös vorhersehbar und das Spiel so durch einige Zufälle geprägt. Wir kamen zwar einige Male gut zum Strafraum durch, aber unsere Chancenverwertung war wieder gruselig. Erst in der 42. Minute erlöste uns Tim als er den Ball irgendwie am Torwart vorbei murmelte.

Die letzte viertel Stunde war dann Fussball von seiner hässlichsten Seite. Auch bedingt durch unsere Formationsumstellung und der unterschwelligen Angst, dass mal irgendwie ein Ball unkontrolliert durchrutschen könnte, standen unsere Jungs immer tiefer hinten drin und stellten das eigene Fussballspielen fast völlig ein. Die Fans und Eltern des FSV wurden immer lauter und versuchten die Schiedrichterin mit "Foul"-, "Abseits"- und "Hand"-Rufen stetig zu beeinflußen. Sie blieb aber glücklicherweise stabil und zog ihre Linie unbeeindruckt durch. Ein Konter über TC, der in der letzten Minute auf rechts durchbrechen und auf den mitgelaufenen David quer legen konnte, entschied dann das Spiel.

Schlussendlich ging der Sieg in Ordnung. Die Jungs vom FSV waren wirklich unangenehm zu spielen und warfen viel Kampfgeist in die Waagschale. Richtig gefährlich vor unser Tor kamen sie aber kaum. Bei uns klappte auch erschreckend wenig und unser Spiel passte sich mit der Zeit mehr und mehr den Platzbedingungen an. Aber auch dreckige Siege gehören zum Fussball und bringen drei Punkte. Das war dann halt so einer...



09.11.2017 - 13:0 gegen TV Voerde

"Attract & create space" oder der Ballinstinkt als Raumöffner


"Alle, die zu spät waren, spielen nicht von Anfang an." Lange Gesichter, Stöhnen. Ok. Wer beginnt? Pascal alleine gegen neun Voerder. Nun gut. Lassen wir das ;)

Die Anreise mitten im Berufsverkehr zum Nachholspiel gegen den nördlichsten Verein unserers Kreises gestaltete sich noch schlimmer als erwartet und war katastrophal bis nervenaufreibend. Um kurz nach 18 Uhr, knapp 25 Minuten vor Anpfiff, waren aber alle Buchholzer vor Ort. Bei mir dauerte die Fahrt fast zwei Stunden, da ich noch Spieler aus Wanheim und Großenbaum einsammelte, bevor ich mich am Ende des Staus auf der A59 anstellte. Aber was tut man nicht alles für 60 Minuten Fussball...

Der imaginäre Quotient aus Tore durch Fahrtzeit dürfte dann aber trotzdem den bisherigen Saisonbestwert getoppt haben, da unsere Jungs am Ende den Ball dreizehn Mal im Netz der Voerder unterbrachten. Zu Gute kam ihnen mit Sicherheit die taktische Marschroute der Voerde bei der Arbeit gegen den Ball, die so eine Mischung aus hohem Anlaufen und mannorientiertem Zustellen darstellte.

Dadurch büßten die Voerder aber viel mannschaftliche Kompaktheit ein und wir kamen immer wieder "relativ" leicht in torgefährliche Zonen. "Relativ" deswegen, weil dafür natürlich auch eine gewisse Qualität auf unserer Seite gefragt war. Um das Pressing der Voerder zu umspielen bedurfte es einer guten Raumbesetzung bzw. gut getimeten Freilaufbewegungen, sowie sauberer Ballverarbeitung und guter Übersicht. Das erste Tor, finalisiert durch Tim, wurde z.B. über mehrere Stationen von Torwart Fredi bis zum Abschluss durchgespielt. Auch bei den Toren zwei und drei freute sich Tim, seinen Speed gewinnbringend einzusetzen, nachdem das Pressing der Voerder nicht griff. Luca C, dieses Mal auf links außen startend, legte nach einem inversen Dribbling das 4:0 nach.

Aber auch die Voerder konnten einmal Nutzen aus ihrem vorwärtsgerichtetem Verteidigen ziehen und hatten das 1:4 kurz vor der Halbzeit auf dem Fuß. Das hohe Verteidigen war in gewisser Weise für die Voerder auch die einzige Chance den Ball in der Nähe unseres Tores am Fuß zu haben, da ihnen in der eigenen Spieleröffnung die Variabilität fehlte. Einen flachen Spielaufbau versuchten sie erst gar nicht und die langen Abschläge wurden meist von unserem Mittelfeld eingesammelt. Aus den gewonnenen Bällen machten unsere Jungs aber zeitweise etwas zu wenig. Es wurde sich dann doch schon mal in Engen festgedribbelt anstatt den Ball nochmal zu verlagern. Die daraus folgenden Ballverluste kosteten immer wieder Kraft und weite Wege beim Zurückerobern. Unnötig.

In Halbzeit 2 machten die Buchholzer Stiere aber fix den Deckel drauf und stellten innerhalb von zehn Minuten auf 9:0 durch Tore von Alex, Timuel und David. In dieser Phase war fast jeder Schuss ein Treffer und die Voerder wirkten etwas demoralisiert. Nichtsdestotrotz gebührte unseren Jungs ein großes Lob, da sie mit viel Spielfreude und Mannschaftsdienlichkeit zielgerichtet und flexibel diverse Spielsituationen lösten und im Abschluss sehr kaltschnäuzig auftraten. Das änderte sich bis zum Ende wenig, auch wenn es hinten teilweise etwas ungeordneter und vorne etwas verspielter wurde. David, Louis und Alex schossen die weiteren Tore zum 13:0-Sieg, der uns damit in der Tabelle auf den 3.Platz spülte.



28.10.2017 - 3.Platz bei Arminia Klosterhardt

14 Tore als Balsam für die Fussballerseele


Einstellige Temperaturen, klatschender Wind, nasses Laub...Herbst-Cup war ein passender Name für das top organisierte Turnier von Arminia Klosterhardt, wo insgesamt 24 Teams teilnahmen, darunter einige ambitionierte Mannschaften aus den Leistungsklassen und Bezirksligen der benachbarten Kreise und Verbände. Prägend für das Turnier war sicherlich das eher schmale Spielfeld (knapp 40 Meter), so dass wir uns entschieden in einer ungewohnten, vertikal eher gestreckten, Formation zu spielen.

Das erste Gruppenspiel gegen den TSV Lüdenscheid konnte 1:0 gewonnen werden. Das Tor erzielte Moritz, nachdem Timuel seine Gegenspieler bei einem Schnittstellenpass davon laufen und vor dem Tor quer legen konnte. Hinten ließen wir kaum etwas zu und vorne waren wir handlungsschneller und spritziger als die grundsätzlich arrangierten Sauerländer, so dass der Sieg mehr als in Ordnung ging.

Im zweiten Gruppenspiel wartete der Tabellenführer der Leistungsklasse Kleve/Geldern, der SV Straelen...dachten wir zumindest...war dann aber doch "nur" die D2, die aber nichtsdestotrotz im ersten Gruppenspiel durch eine gewisse Spielfreude und technische Klasse aufgefallen war. Gegen uns war der Physisunterschied in Kombination mit dem engen Spielfeld und dem eigenen Anspruch, alles spielerisch von hinten zu lösen, aber dann doch zu groß. Die Straelener kamen einfach nicht nach vorne. Tom hatte faktisch nichts zu tun und unsere Offensiven ballerten und kombinierten fast nach Belieben. Dass dabei nur drei Tore durch Luca, Louis und David heraussprangen war der einzige Kritikpunkt.

Im dritten Spiel trafen wir mit dem SC Münster, Bezirksligist aus dem Verband Westfalen, auf den wohl härteste Brocken. Beide Team neutralisierten sich im Mittelfeld und waren anscheinend auch mit dem Punktgewinn zufrieden, so dass keine Tore fielen.

Danach ging es gegen unseren Leistungsklassenkonkurrentem vom TV Voerde. Die Voerder spielten aus einer guten Ordnung heraus, bekamen aber kaum Zugriff auf unser Spiel und hatten auch aus dem eigenen Spielaufbau heraus keine gefährlichen Lösungsansätze. Unseren Jungs ging ein wenig die finale Konsequenz ab, so dass das 1:0 durch Moritz trotz der Überlegenheit erst kurz vor Ende fiel. Timuel legte dann aber mit dem Schlusspfiff noch das zweite Tor drauf.

Im letzten Gruppenspiel wartete die Drittvertretung der Gastgeber, die immerhin mit der Empfehlung von 95:8 Saisontore, gegen uns antraten. Dass die 95 Tore kein Zufall waren, konnte man den Jungs offensiv durchaus ansehen...dass sie in der Kreisklasse defensiv selten richtig gefordert wurden, aber auch. Unser Jungs fanden große Räume vor und konnten sich relativ mühelos zu fünf Toren von Louis, Timuel und Moritz kombinieren. In der Endabrechnung konnten wir so, wegen der um ein Tor besseren Tordifferenz, die Gruppe gewinnen und spielten im Viertelfinale gegen den Zweiten der Gruppe B, VfB Waltrop.

Die Waltroper setzen auf dem engen Platz auf aggressives Anlaufen aus einer guten Kompaktheit. Sicherlich kein schlechter Plan. Unsere Jungs reagieren überraschend gelassen und spielten mit viel Geduld und Präzision einen spielerisch überzeugenden 2:0-Sieg durch Tore von Timuel und Lenni heraus.

Im Halbfinale warteten dann wieder die Jungs vom SC Münster auf uns. Dieses Mal waren die Buchholzer Stiere aber die spielbestimmende Mannschaft und kreierten mehrere Großchancen durch Louis, Moritz und Niklas. Rein ging aber leider keiner, so dass ein spannendes Achtmeterschießen folgte. Nach insgesamt 14 Achtmetern, großer Dramatik, herausragenden Paraden und mehreren Wendungen mussten wir uns leider mit 4:5 geschlagen geben.  

Im Spiel um Platz 3 war der 1.FC Gievenbeck der Gegner. Die Gievenbecker, immerhin hinter den punktgleichen Preußen aus Münster Tabellenzweiter in der Bezirksliga Westfalen, hatten die Vorrundengruppe C vor Hamborn 07, SG Unterrath und Nievenheim gewonnen.

Wir gingen durch ein halbes Eigen- und einzige Gegentor im Turnier unglücklich in Rückstand, konnten dann aber mit unserem wohl schönsten Spielzug des Tages ausgleichen. Lenni passte zentral im Mittelfeld halbrechts auf Leander, der mit dem ersten Kontakt auf Luca im linken Halbraum verlagerte. Dadurch öffnete sich für ein Sekundenbruchteil eine Schnittstelle, durch die Luca in die Tiefe auf Timuel spielen konnte, der sich perfekt gelöst hatte. Der herauseilende Torhüter wurde von Timuel mit der rechten Sohle ins Leere laufen gelassen und dann mit einem Linksschuss überwunden. Das abschließende Achtmeterschießen konnte nach sechs Schüssen und klasse Paraden von Tom mit 2:1 gewonnen und somit der dritte Platz eingetütet werden.

 

Insgesamt haben die Jungs ein sehr starkes Turnier gespielt, zeigten sich in der Lösungsfindung flexibel, spielstark, aufmerksam gegen den Ball, waren in fast jeder Spielphase dominant, defensiv stabil und sorgten vorne immer wieder für Alarm. Auch wenn nicht alle Gegner die Qualität der Leistungsklasse hatten, waren die 14 Tore eine willkommene Bestätigung, dass die Jungs das Toreschießen noch drauf haben.



21.10.2017 - 1:1 gegen DJK Sportfreunde 97/30 Lowick

Von genutzten Räumen und nicht genutzten Chancen...


Zum dritten Mal reisten wir Richtung Bocholt, um uns mit dem dort ansässigen Jungs von der DJK Lowick freundschaftlich zu messen. Die Lowicker belegen derzeit in der Leistungsklasse Rees/Bocholt ungeschlagen den 2.Platz und dementsprechend ging es auf dem Platz auch sofort ordentlich zur Sache. Beide Teams nahmen von Beginn an ein strammes Tempo auf und gingen konsequent in jeden Zweikampf.

Ähnlich wie in den letzten Ligaspielen ergab sich in den ersten Minuten ein etwas hektisches Umschaltfestival mit einigen netten Ansätzen, aber auch mehreren kleineren Ungenauigkeiten, die dem hohen Gegnerdruck und der vertikal-riskanten Ausrichtung beider Teams geschuldet waren. Mit der Zeit wuchs bei unseren Jungs aber die Erkenntnis, dass man nicht immer alles direkt nach vorne spielen muss, sondern den Druck auch mal hintenrum oder zur Seite auflösen kann, um dann freie Räume anzulaufen und diese zu bespielen. Dass dieser Ansatz, trotz sehr lauffreudiger und galliger Gastgeber, zeitweise funktionierte, hing einfach damit zusammen, dass der Kunstrasenplatz etwas mehr Räume in Tiefe und Breite bot als wir es auf den ersten fünf Ligaspielen gewohnt waren.

In Sachen Torabschlüssen lagen beide Teams etwa gleich auf, wobei unsere Jungs die Angriffe eher aus der Tiefe über mehrere Stationen inszenierten, wohingegen die Lowicker tendenziell übers Pressen und Umschalten zu Chancen kamen. Die dickste Chance bei uns hatte wohl Louis, der nur den Pfosten traf, während auf der anderen Seite der Lowicker Torjäger aus kurzer Distanz an Fredi scheiterte. Zur Halbzeit nahmen wir uns vor, noch etwas ruhiger zu spielen und in der einen oder anderen Situation etwas handlungssschneller und wacher zu sein.

Das klappte aber nur so mittelgut, was auch damit zusammen hing, dass die Lowicker fast komplett durchwechselten und ihre B-Elf bzw. -Neun zur Halbzeit ins Rennen schickten. Daraus ergab sich zwar die stille Hoffnung, etwas mehr Dominanz zu erzeugen, was sich in der Praxis aber als zweischneidiges Schwert erwies. Zum einen war der zweite Anzug nicht viel schwächer als der erste und zum anderen geistig und körperlich frisch, während sich bei uns Mitte der 2.Halbzeit ein leichter Kräftverschleiss bemerkbar machte, so das wir ein Quentchen Intensität, Konzentration und Konsequenz einbüßten. Viele Wechseloptionen hatten wir dieses Mal auch nicht, da mit Niklas, Luca C (beide im Urlaub) und Henni (grippaler Infekt) drei laufstarke Alternativen nicht mit nach Lowick gekommen waren.

Die B-Elf der Lowicker spielte zwar in der Rückraumabsicherung etwas leichtfertiger, aber offensiv forscher und mutiger, woraus sich dann in der Summe aller Begleitumstände in der zweiten Halbzeit mehr Torraumszenen auf beiden Seiten ergaben. Unsere Chancenverwertung war leider wieder einmal schwach und nach dem 0:1 lag zeitweise sogar das 0:2 in der Luft. Das konnten wir mit vereinten Kräften verhindern und dann auf der anderen Seite zurückschlagen. Moritz wurde leicht abseitsverdächtig von David in die Tiefe geschickt, tankte sich an der Grundlinie durch und passte quer zum zweiten Pfosten, wo Timuel zum gerechten 1:1 einschieben konnte.

Als Fazit bleiben zwei - nicht ganz neue - Erkenntnisse:
1. Mehr Räume, mehr Fussball
2. Chancenverwertung weiterhin mau

 

Spielbericht von Lowick



14.10.2017 - 1:0 gegen jahn hiesfeld

Zittersieg


2,8 Tore pro Spiel fielen in unserer Liga in diese Saison im Schnitt. Das ist extrem wenig. Dass der Wert ungewöhnlich gering ist, zeigt der Vergleich zu den fünf Jahren davor. Da fielen in unserem Kreis in der torärmsten Saison 3,9 Tore pro Spiel, im Schnitt aller Jahre über 4 Tore. Auch der Vergleich zu anderen Kreisen im Fussballverband Niederrhein bestätigt den außergewöhnlichen Wert. Dort klingelte es selbst in den torärmsten Ligen 3,8 mal pro Spiel (Düsseldorf und Wuppertal) und im Schnitt sogar 4,8 mal. Das is ist fast doppelt so oft wie bei uns.

 

Ok, jetzt könnte man daraus schließen, dass es bei uns im Kreis einfach keine guten Stürmer gibt. Dagegen sprechen aber diverse Quervergleiche mit Mannschaften aus anderen Kreisen. Die Teams aus dem Kreis 9 sind da absolut konkurrenzfähig, beispielsweise steht unser Vorbereitungsgegner SC Schiefbahn mit 36:2 Toren auf Platz 2 im Kreis Kempen/Krefeld. Bei allem Respekt vor der Entwicklung und Leistung der Schiefbahner, aber 36 Tore hätten sie im Kreis 9 in sechs Spielen vermutlich nicht geschoßen. Ergo kann man aus den ganzen Daten und Quervergleichen nur zu einem Schluss kommen: Die Leistungsklasse 17/18 des Kreises 9 ist durchgängig mit sehr defensivstarken Mannschaften besetzt und viel schwerer zu spielen als von vielen (auch uns) erwartet.

 

Selbst die Teams aus der unteren Tabellenhälfte verteidigen anscheinend sehr gut und lassen nicht viele Chancen des Gegners zu. Leichte Gegner gibt es eigentlich nicht und somit war uns klar, dass nach der bitteren Niederlage gegen TuRa auch der Gang nach Hiesfeld ein schwerer werden würde. Wir freuten uns aber darauf zum ersten Mal in der Liga nicht auf Asche spielen zu müssen.

 

Die Hiesfelder werden diese Saison übrigens von Ex-Profi Mladen Kovačić trainiert, der letzte Saison noch die 2005er vom MSV Duisburg betreut hatte. Und den Einfluss merkte man den Hiesfeldern durchaus an, da sie spielerisch flexibel agierten, auch mal per Flachpass aufbauten oder kluge Seitenverlagerungen einstreuten. Aber auch kämpferisch und läuferisch agierten die Dinslakener auf hohem Niveau. Beide Teams gönnten dem Gegner kaum Zeit bei der Ballannahme und versuchten unmittelbar Zugriff zu erzeugen und so ergab sich auf dem eher engen Veilchen-Platz ein Spiel, dass von viel Tempo, Zweikämpfen und Umschaltmomenten geprägt war.

 

Einer dieser Umschaltmomente sorgt dann auch für das spielentscheidene Tor. Hendrik eroberte den Ball im Gegenpressing, Niklas, der dieses Mal auf links außen begann, sammelte den Ball ein, hatte einen Moment freie Schussbahn und legte in der 7.Minute die Pille platziert ins rechte untere Eck. Danach schien das Momentum für uns zu sprechen und das 0:2 lag durchaus in der Luft. Hiesfeld blieb aber immer gefährlich in Kontersituationen, so dass wir nach 20 Minuten auf drei Verteidigern umstellten, um die Tiefe besser abzusichern und eine zusätzliche Option zum Rausrücken zu besitzen. Vorne büßten wir dadurch etwas Präsenz ein, bekamen im Anlaufen nicht mehr so schnell Druck auf dem Ball und gaben die Initiative mehr und mehr ab. Trotzdem hatten wir kurz vor der Halbzeit noch zwei dicke Chancen durch Lenni und Pascal, beide nach Eckbällen, die gehalten wurden bzw. an der Latte landeten.

 

Die zweite Halbzeit begann relativ ausgewogen mit Spielanteilen auf beiden Seiten. Mitte der Halbzeit schien beiden Teams etwas die Luft auszugehen, aber Hiesfeld blies die letzten Minuten nochmal zum Angriff. Unsere Jungs verteidigten immer tiefer und kompakter, sorgten aber immer wieder per Konter für Entlastung. Alex traf das Außennetz, Timuel den Pfosten und Luca C scheiterte am Keeper. Aber auch die Veilchen generierten einige Abschlüsse, die entweder geblockt, vom Tom gehalten wurden oder daneben gingen. Am Ende brachten wir die drei Punkte in einer Art und Weise nach Hause, die typisch für unsere Liga ist – mit einem Fokus auf eine stabilen Defensive…

Da wir das Spiel aufgezeichnet haben, konnten wir nachträglich ein paar Fakten zum Spiel sammeln. Hier die Ergebnisse:

 

Ballbesitz

Gesamt: 50% - 50%

1.Halbzeit: Hiesfeld 46% - 54% Buchholz

2.Halbzeit: Hiesfeld 54% - 46% Buchholz

 

Nettospielzeit

Gesamt: etwa 30 Minuten

1.Halbzeit etwa 14 Minuten

2.Halbzeit: etwa 16 Minuten

 

Torschüsse

Gesamt: Hiesfeld 13 - 17 Buchholz

1.Halbzeit: Hiesfeld 4 - 10 Buchholz

2.Halbzeit: Hiesfeld 10 - 7 Buchholz

 

Erfolgreiche Pässe

Gesamt: Hiesfeld 117 - 153 Buchholz

1.Halbzeit: Hiesfeld 53 - 71 Buchholz

2.Halbzeit: Hiesfeld 64 - 82 Buchholz

 

Fehlpässe

Gesamt: Hiesfeld 80 - 80 Buchholz

1.Halbzeit: Hiesfeld 31 - 29 Buchholz

2.Halbzeit: Hiesfeld 49 - 51 Buchholz

 

Passquote

Gesamt: Hiesfeld 59% - 66% Buchholz

1.Halbzeit: Hiesfeld 63% - 71% Buchholz

2.Halbzeit: Hiesfeld 57% - 62% Buchholz

 

Viel Spaß beim interpretieren ;)



03.10.2017 - 0:1 gegen Union Mülheim

Tränen lügen nicht


Pokalwettbewerbe und die 2005er von Buchholz sind nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte. Es gab zwar 2014 den Südpokalsieg in der F1, aber sonst war entweder in der ersten Runde schon alles vorbei oder das erträumte Finale wurde um Haaresbreite verpasst. Diese "Tradition" wurde diese Saison fortgesetzt, auch wenn das Ausscheiden genauso unnötig wie bitter war.

Das Spiel begann fahrig. Unser größtes Problem war, dass die Ansätze aus dem SuS-Spiel dieses Mal nicht funktionierten. Wir konnten die Bälle vorne nicht festmachen, Union war uns - wie schon im ersten Ligaspiel - im Zentrum physisch überlegen und auch sonst überall am Feld nah an den Männern und sehr gallig unterwegs. Daraus folgten viele unkontrolliert geschlagene Bälle und hektische Entscheidungen. Die ersten spielerischen Ansätze Mitte der ersten Halbzeit kamen sogar von Union. Das sollte sich aber nur als Strohfeuer herausstellen.

Im Laufe der ersten Hälfte passten sich unsere Jungs langsam an den Physisnachteil an und entwickelten alternative Ansätze um in die gegnerische Hälfte zu gelangen. Mit Timuel kam etwas mehr Geschwindigkeit in der Spitze und es wurde öfter versucht, per Flachpass nach vorne zu kommen. Das wurde kurz vor der Halbzeit auch zweimal sehr gut bis zum Abschluss durchgespielt. Luca G fand offene Räume neben dem omnipräsenten Mülheimer Abwehrchef und konnte Moritz und Timuel in der Tiefe blank spielen. Beide nutzen diese Chancen aber nicht.

In der zweiten Halbzeit konnten unsere Jungs die guten Ansätze fortsetzen. Die Mülheimer setzten mit ihrer Kernkompetenz dagegen: Zerstören des gegnerischen Spiels. Über das ganze Feld wurde im 1:1 verteidigt, ständig an der Grenze zum Foul oder auch darüber hinaus. Eine offensive Spielidee war nur rudimentär zu erkennen: Irgendwie die Kirsche nach vorne bringen und in Tornähe dann schnell abschließen. Ergebnis waren zwei, drei ungefährliche Distanzschüsse.

Die jungen Stiere versuchten hingegen spielerische Lösungen zu finden und waren damit auch erfolgreicher. Es war dabei nicht so, dass jeder Versuch glückte. Union presste und arbeitete viele unsere Ansätze zu. Daraus ergaben sich dann entweder Umschaltmomente, die wir verteidigen mussten, oder Freistöße, aus denen wir aufgrund der körperlichen Unterlegenheit selten einen wirklichen Nutzwert ziehen konnten.

Wenn es gefährlich wurde, dann ähnelten sich die Spielzüge verblüffend häufig: Flacher Spielaufbau und Eindringen in die gegnerische Hälfte über den Flügel und dann kombinativ-diagonal auf die ballferne Seite verlagern, um dort Überzahlen und freie Räume vorzufinden. So ergaben sich locker vier, fünf dicke Chancen durch Timuel, Tim und Luca C. Einmal landete die Pille sogar im Netz, aber der Schiedsrichter entschied wohl richtigerweise auf abseits. 

Gefühlt war es nur eine Frage der Zeit, wann das 1:0 für uns fallen sollte. Aber es fiel auf der anderen Seite. Eine unglückliche Mischung aus doofem Ballverlust, etwas zu zögerlicher Rückwärtsbewegung und nicht richtigem Zupacken - verteidiger- und torhüterseitig -  besiegelten unser Ausscheiden.

Wirklich skuril an der ganzen Sache war, dass unsere Jungs im Gegensatz zum Unentschieden im ersten Ligaspieleigentlich ein überlegen geführtes Spiel gemacht haben. Daraus resultierte auch ein klares Chancenplus, was zu mindestens einem Treffer hätte führen müssen. Aber es ist sicher keine neue Erkenntnis, dass Fussballspiele nicht durch gut spielen, sondern durch Tore entschieden wird. In diesem Fall ist sie nur maximal bitter.



23.09.2017 - 5:2 gegen sus dinslaken

Vier Stürmertore für ein Halleluja


Drittes Spiel, dritte Formation. Zusätzlich eine leichte "strategische" Anpassung, um unsere Schwierigkeiten auf Asche zu umschiffen. Das hieß in der Praxis nichts anderes, als den Ball schneller nach vorne zu bolzen und dort wo der Ball hinkommt, einen Empfänger, sprich Stürmer, mehr aufzustellen. Zu Beginn änderte sich aber nicht viel. Schon wieder flipperte der Ball durch die Gegend, schon wieder wurde in der Hektik der Ball mit allen möglichen Fussseiten, aber nicht nicht mit der Innenseite gespielt, schon wieder ging zu viel durch die Mitte, schon wieder war der Sechserraum in den defensiven Umschaltmomenten sperrangelweit offen.

Was neu war: Der Gegner nutzte die Schwächen eiskalt aus. Der Gegner am dritten Spieltag hieß übrigens SuS Dinslaken, in gewisser Weise der Dinslakener Äquivalent zu uns Buchholzern. Ebenfalls kein Kunstrasen, nette Trainer, faire Mannschaft, viele gut ausgebildete Eigengewächse, keine Castingtruppe. Irgendwie eine symphatische Mischung aus Bodenständigkeit und Qualität. Im Gegensatz zu uns waren die Dinslakener hervorragend in die Saison gestartet und kamen als Tabellenzweiter mit viel Selbstvertrauen an die Sternstrasse.

 

Der Dinslakener Kapitän Tim, der sich beim Kreisauswahlturnier im letzten Juli ein Zimmer mit Pascal und Luca G geteilt hatte, traf in der 12. Minute aus der Distanz zum 0:1. Das 0:2 war dann irgendwie noch typischer für uns und für eine Mannschaft, die in der Krise steckt. Verteidiger Niklas kam bei einer eigenen Ecke kurz, strebte statt der Kraftvariante (Ball ins Zentrum schaufeln) eine spielerische Lösung an, verlor dabei die Pille und leitete damit den Konter über seine offene Seite an. Hendrik stellte den Angreifer zwar am Flügel, rutschte aber aus, so dass der Angreifer doch vorbei kam, punktgenau in die Mitte schieben konnte, wo ein weitere Dinslakener nur noch den Fuss hinhalten musste.

Na, toll. In welchem Alptraum sind wir hier eigentlich gelandet? Glücklicherweise zog sich die Mannschaft an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. Unser Doppelsturm glich noch vor der Pause aus. Erst traf Louis in seiner unnachahmlichen Art: geschmeidige Annahme, Vollspann, Innenpfosten, drin. Und dann konnte "Neuzugang" Moritz seinen Torriecher beweisen. Nach einer Ecke knallte er den Ball kunstvoll mit der Hacke in die Maschen. Ungläubiges Staunen allerseits: Unsere Mannschaft kann auch effektiv. Die Dinslakener Eltern prophezeiten zum Halbzeit-Pfiff eine schwere zweite Hälfte und sollten damit auch recht behalten.

Unsere Jungs retteten das Momentum durch die Pause und entschieden das Spiel innerhalb von vier Minuten. Erst traf Tim gekonnt mit einem Gewaltschuss ins lange Eck und dann legten sich Moritz und Louis die Dinger gegenseitig auf, schnürten beide ihren persönlichen Doppelpack und avancierten so zu Matchwinnern. Aber der beste Sturm ist natürlich nichts wert ohne das funktionierende Kollektiv im Rücken und ohne die Mannschaftskollegen, die jede Einheit für ein hohes Niveau im Training sorgen.

An dieser Stelle möchte ich auch mein persönliches Bedauern mittteilen, dass wieder ein Feldspieler ohne Einsatzminuten blieb (es dürfen laut Verband nur 13 Spieler eingesetzt werden). Das hat relativ wenig mit Leistungsgründen zu tun. Unsere Nummer 15 im Kader ist nicht entscheidend besser oder schlechter als die Nummer 9, nur anders. Manchmal entscheidet die Spielcharakteristik, die Position, der Spielertyp oder die Tagesform des "Konkurrenten", wer eingesetzt wird.

 

Sascha und ich hoffen, dass wir das über die Saison irgendwie einigermaßen fair ausgemittelt bekommen...



17.09.2017 - 0:0 gegen Rhenania Hamborn

Flip & Flop Part II


Zum zweiten Spieltag empfingen uns die Jungs von Rhenania nicht wie erwartet auf Kunstrasen, sondern auf dem (kleinen) Ascheplatz kurz vor der kleinen Emscher. Der Kunstrasen war wegen Wartung gesperrt, natürlich an einem Wochenende, wo die erste Herrenmannschaft des finanzstarken Nachbarns FSV auswärts spielte.

Das Spiel nahm den zu erwartenden Verlauf. Beide Teams waren fleißig darin, die Räume in Ballnähe zu verdichten und den Ballführenden unter Druck zu setzen, aber genauso erfolglos darin, irgendwie Spielzüge über mehr als drei Stationen auf den holprigen Untergrund zu zaubern. Also ging es stetig hin und her. Keine Mannschaft traute sich bei diesem - von viel Zufall geprägtem - Spiel die letzte Linie zu entblößen und so blieben großartige Torchancen Mangelware, da das Spiel sich viel im Mittelfeld abspielte.

Wenn es bei uns gefährlich wurde, dann über die Außenspieler, die aufgrund der Defensivaufgaben aber oft zu tief und eingerückt standen, um die Räume im Umschaltmoment optimal zu nutzen. Ein typisches Problem von Spielen, die vom stetigen Umschalten geprägt sind. Trotzdem erspielten wir uns so unsere dickste Chancen kurz vor der Halbzeit, als der Ball über rechts nach vorne kombiniert wurde und Pascal am zweiten Pfosten frei stand, den Ball mit vollem Risiko nahm, aber leider knapp verzog.

Auch wenn wir verschiedene Spielertypen im Sturm und auf Außen probierten und die Effekte durchaus spürbar waren, änderte sich das Spiel in Halbzeit 2 nicht wesentlich. Tendenziell versuchten die jungen Stiere etwas kollektiver Fussball zu spielen und auch mal flach von hinten aufzubauen, während Rhenania sich auf den Kampf und die individuelle Qualität einzelner Spieler fokussierte und die Spieleröffnung demzufolge nur noch lang machte. Das hatte zur Folge, dass das Spiel sich etwas mehr in unserer Hälfte abspielte. Rhenania konnte diesen Umstand aber selten final nutzen, im Gegenteil waren die besseren Chancen durch Louis und Tim auf unserer Seite. Die Schüsse wurden aber einmal bravoröus pariert und gingen einmal knapp daneben.

Nichtsdestotrotz waren sich die Trainer beider Seiten einig, dass dieses Spiel keinen Verlierer verdient gehabt hätte...einen Gewinner aber auch nicht, denn wer das Tor nicht trifft, kann auch keine Spiele gewinnen. Somit bleiben nach zwei Spieltagen zwei eher enttäuschende Unentschieden und nur ein geschossenes Tor. Auch wenn die Gegner in den ersten beiden Spielen ihre Qualitäten hatten, muss man konstatieren, dass unseren Jungs nicht so viel gelang, wie es die gute Vorbereitung eigentlich versprach. Überraschende Probleme bereitete uns das Ballbesitzspiel mit dem 4er-Ball auf Asche. Da wir aber mindestens jedes zweite Spiel auf diesem Untergrund spielen müssen, bleibt uns nichts anderes übrig als diesen Umstand zu akzeptieren und an Lösungen zur arbeiten.



09.09.2017 - 1:1 gegen Union Mülheim

Ball umstandshalber abzugeben


Zum lang erwarteten Saisonstart in die neue Leistungsklassensaison entschied sich Petrus erstmal dankenswerterweise die schöne Buchholzer Asche zu wässern. Leider bewies er dabei kein gutes Gefühl für das richtige Maß, denn - obwohl es zu Spielbeginn nicht mehr regnete - war der Platz aufgrund der durchgängigen Schauern in der Nacht pfützig, seifig und matschig.

Da bekanntlich beide Teams auf dem gleichen Untergrund spielen müssen, taugt diese Ausrede nur bedingt. Trotzdem prägte der Platz das Spiel entscheidend in seiner Charakteristik, denn zu der bekannten Buchholzer Enge (der Platz ist nur 90 statt 105 Meter tief) kamen jetzt noch erschwerte Umstände in Sachen Ballverarbeitung, -kontrolle und natürlich auch Standfestigkeit. Somit war es für die jeweils nicht-ballbesitzende Mannschaft immer lohnenswert, Druck auf den Ball zu machen und schnell anzulaufen.

In dieser Hinsicht begegneten sich dann auch beide Mannschaften auf Augenhöhe, denn die Unioner versteckten sich nicht und attackierten sehr lauffreudig. Hinzu kam, dass Union  im Zentrum sehr physisch, kopfball- und zweikampfstark war und die eroberten Bälle oft gut behauptete. Somit waren weder lange Bälle noch Dribblings eine Option, um gezielt nach vorne zu kommen. Unsere Jungs musste es kombinativ probieren, bekamen aber leider keine Konstanz und Sicherheit in ihre Abläufe. Im Gegenteil verkampfte sie mit der Zeit immer mehr, spielten vieles zu hektisch und risikoreich in die Tiefe, vermutlich auch weil das Spiel die eigenen Erwartungen und Ansprüche nicht erfüllen konnte.

Mitte der 1.Halbzeit schien trotzdem das Pendel langsam zu unseren Gunsten auszuschlagen. Es gab einige gute Ansätze in die Tiefe, zwei dicke Chancen von Moritz (als er mit dem schwachen Fuss zweimal knapp verzog) und eine von Timuel. Leider fiel das Tor nicht und kurz vor der Halbzeit kam dann noch die kalte Dusche in Form eines Gegentores. Nach einer Ecke konnte ein Unioner aus dem Rückraum einschieben, weil wir den Ball nicht richtig raus bekamen und Fredi zum Klären am kurzen Pfosten weilte.

Entsprechend lang waren die Gesichter in der Kabine, aber unsere Jungs konnten direkt nach der Pause anworten, als eine Ecke von Timuel nach einem missglückten Klärungsversuch im zweiten Versuch von Tim eingeschoben wurde - 1:1. Beide Teams spielten danach auf Sieg, vermieden aber auch das letzte Risiko. Um nicht Gefahr zu laufen, in eigener Tornähe gepresst zu werden und den Ball in Tornähe herzuschenken, wurden die Bälle lieber hektisch nach vorne gespielt anstatt sich konstruktiv und geduldig dem gegnerischem Tor zu nähern. Das Spiel bestand so aus viel Stückwerk, Zweikämpfen und Hin- und Her-Gerenne, an dessen Ende eine gerechte Punkteteilung stand.

Schlussendlich muss man mit dem Unentschieden auch zufrieden sein. Wir haben unsere PS einfach nicht auf die Straße bekommen. Das lag aber nicht nur am Platz, der unsere eigentlichen Stärken negierte, sondern auch an uns selbst. Individuell und auch mannschaftlich gelang vieles nicht. Trotzalledem muss man den Hut vor den Mülheimern ziehen, die eine starke Mannschaft aufboten und noch anderen Teams Probleme bereiten werden. Insgesamt deuten die Ergebnisse des ersten Spieltages auf eine spannende und eine enge Liga hin. Wir freuen uns drauf...trotz des holprigen Starts...